FDG-Erasmus-Austauschfahrt nach Bialystok/Polen

Warmherzige Gastfreundschaft bei eisigen Temperaturen
Bei unserer Ankunft in Warschau schlotterten uns erst einmal nicht nur die Knie: Minus 20 Grad zeigte das Thermometer, als wir am 31. Januar 2026 in Warschau aus dem Zug stiegen. Doch schon schnell wärmten wir uns bei Piroggen und Borschtsch und erkundeten die kulturell hochspannende polnische Hauptstadt bei einem Stadtrundgang, der den Bogen vom Mittelalter bis ins moderne Polen zog. Im Museum Polin wurden wir eindrucksvoll in die Geschichte der polnischen Juden eingeführt, die uns auf unserer Fahrt immer wieder begegnen sollte.
Mit den insgesamt acht teilnehmenden Schülerinnen und Schülern, sowie Frau Mörke und Herrn Lüderwaldt als Begleitung, ging es anschließend weiter zu unserem eigentlichen Bestimmungsort, nach Bialystok in Ostpolen. Hier wurden wir äußerst herzlich in den Familien empfangen und die polnischen Gastgeberinnen und Gastgeber führten unsere Schülerinnen und Schüler vor allem in die reichhaltige und abwechslungsreiche Küche Osteuropas ein.
In Bialystok lag der Schwerpunkt unserer Aktivitäten darauf, die vielen kulturellen Einflüsse Polens kennenzulernen. So besuchten wir katholische Kirchen, orthodoxe Klöster und sogar eine kleine verschneite Moschee der nationalen Minderheit der Tartaren an der Grenze zu Belarus. Die wechselvolle Geschichte Bialystoks wurde uns auf dem Stadtrundgang ebenso deutlich wie beim Besuch des Museums Sibir, das an die Deportationen von Polinnen und Polen nach Sibirien unter russischer Herrschaft erinnerte.
Besonders einprägsam waren für uns die Spuren der deutschen Vernichtungspolitik im Zweiten Weltkrieg, denen wir immer wieder begegneten. Sehr bewegend war der Besuch des ehemaligen Vernichtungslagers Treblinka, wo die Deutschen in den Jahren 1942/43 etwa 900.000 Menschen, die weitaus meisten davon Juden, ermordeten.
Neben dieser schmerzhaften Auseinandersetzung mit der Vergangenheit stand aber vor allem der persönliche Austausch im Vordergrund. Besonders erfreulich war, dass zwischen den deutschen und polnischen Schülerinnen und Schülern sehr schnell eine sehr enge Bindung entstand, die in vielen gemeinsamen Aktivitäten vor Ort mündete. Auch die Tatsache, dass vier unserer Schülerinnen und Schüler einen familiären polnischen Background hatten, vereinfachte den interkulturellen Austausch.
Beim Abschied gab es dann die eine oder andere Träne, denn die polnischen Austauschpartnerinnen und Austauschpartner hatten mit ihrer Gastfreundschaft uns so erwärmt, dass wir die eisigen Außentemperaturen längst vergessen hatten.
Wir freuen uns auf den Gegenbesuch im März 2026 und auf viele weitere Begegnungen mit einem spannenden Land und unheimlich freundlichen Menschen.
Mitja Lüderwaldt, Februar 2026





























