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„Was wären wir ohne unsere Freund:innen?“

Besuch Dr. Jörg Bernardys am Friedrich-Dessauer-Gymnasium

Am 6. Februar 2026 kam der in Hamburg lebende Autor und Philosoph Dr. Jörg Bernardy dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins an das Friedrich- Dessauer- Gymnasium, um mit den Ethikkursen der Q2 von Herrn Dr. Alidoust sowie einigen interessierten Schülerinnen aus den Philosophiekursen von Frau Dekker seinen Workshop: „Freundschaft, Netzwerke und politische Bewegungen“ durchzuführen.

Nach einer kurzen Vorstellung Dr. Bernardys durch Herrn Dr. Alidoust, leitete dieser die Schüler mithilfe eines Gedankenexperiments in das Thema seines Workshops ein. Im Mittelpunkt standen dabei zwischenmenschliche Beziehungen, insbesondere Freundschaften, sowie deren Einfluss auf die eigene Moral. In seinen Ausführungen nahm Dr. Bernardy Bezug auf verschiedene Philosophen, darunter Hannah Arendt und ihre Überlegungen zur Empathie, Michel de Montaigne sowie Immanuel Kant.

Im weiteren Verlauf entstanden lebhafte Diskussionen unter den Schüler*innen über die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Freundschaften, wie auch einseitige Liebe innerhalb einer Freundschaft. Dr. Bernardy fungierte hier als Mediator, unterstützte mit einigen Übungen/Fragen die Selbstreflexion und förderte mit Denkanstößen die diskussionsfreudige Stimmung. Infolge der Besprechung der Freundschaftsdefinitionen nach Aristoteles betonte Dr. Bernardy auch die Bedeutung der Nutzenfreundschaft in verschiedenen Lebensstadien, nicht zuletzt um politische Ideale gemeinschaftlich zu verfolgen. Abgeschlossen wurde der Workshop mit einer Meinungsabfrage über das Konzept von Seelenverwandtschaft.

Dr. Bernardy zeigte große Freude am Austausch mit den Schülern und Schülerinnen, indem er sie regelmäßig zu Wort kommen ließ und – mitunter im Zusammenspiel mit Dr. Alidoust – Diskussion zwischen den Jugendlichen begleitete. Dabei wurden die Aussagen der Schüler*innen nicht bewertet, sondern aktiv in das Gespräch aufgenommen. Seine einfache, leicht zu verstehende Sprache erlaubte es jedem Teilnehmenden seinen Ausführungen zu folgen. 

Kritisch anzumerken ist jedoch, dass in einem schulischen Rahmen das Wort „Workshop“ Erwartungen an eine mehr aktivere Arbeitsform weckt, während die Veranstaltung überwiegend den Charakter eines Vortrags aufwies. Zudem erwies sich die Dauer von anderthalb Stunden als zu knapp, um die Bandbreite der angesprochenen Aspekte umfassend zu vertiefen, was insbesondere für interessierte Schüler*innen bedauerlich war. Bei einer Wiederholung wäre daher ein höherer zeitlicher Rahmen wünschenswert.

Johanna Stein (Q2_RI)

 

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