Ein ethischer Chatbot

Warum wir Regeln für das Miteinander von Mensch und Maschine brauchen – eine Veranstaltung der Polytechnischen Gesellschaft
Am 03. März 2026 besuchten interessierte Schüler und Schülerinnen des FDG zusammen mit Herrn Dr. Alidoust und Frau Posern einen Vortrag des Philosophen Prof. Dr. Markus Gabriel in der Evangelischen Akademie Frankfurt. Aufgrund der Kooperation der Fachschaft Ethik/Philosophie am FDG mit der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt wurden uns exklusive Sitzplätze in einem sehr gut besuchten Saal zur Verfügung gestellt. Der Vortrag wurde vom Evolutionsbiologen und Präsidenten der Polytechnischen Gesellschaft eingeleitet. Dem Vortrag von Prof. Dr. Markus Gabriel, welcher Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn lehrt, folgte ein Interview desselben mit dem Frankfurter Journalisten Philipp Krohn und eine Fragerunde, in welcher das Publikum mit dem Philosophen sprach.
Im ersten Teil des Vortrags skizzierte Gabriel Etappen der Künstlichen Intelligenz bis in die Gegenwart. Neben den Begriffen „game of imitation“ und „game of limitation“ kamen vor allem Innovationen zur Sprache: so lernte das Publikum, dass es neben der natürlich biologischen und der künstlichen Intelligenz auch die synthetische Intelligenz gibt und bereits erste Verschmelzungen von Froschzellen und künstlicher Intelligenz existieren. Könnte KI also bald auch in menschlicher Form auftreten?
Sodann kam Gabriel auf die emotionale Intelligenz zu sprechen. Der existierende ethische Algorithmus einer KI basiert, so Prof. Dr. Gabriel, auf Universalisierung. Das heißt ein erlernter Inhalt wird auf alle ähnlichen übertragen — erlernt werden jedoch nur europäische bzw. westliche Moralvorstellungen, was immer noch als Folge des Kolonialismus und der vermeintlichen Überzeugung interpretiert werden kann, in der moralischen Pflicht gegenüber der nicht-europäischen Welt zu stehen. Dies ist keineswegs alternativlos, denn es gibt beispielsweise auch auf den Lehren des Buddhismus basierende Chatbots. Prof. Gabriel machte sich insbesondere für ein – seiner Ansicht nach auch lukratives – in Europa zu entwickelndes Vorhaben stark, das Anwendungen der Künstlichen Intelligenz mit ethischen Standards versehen soll, kurzum: ethische Bots zu entwickeln. Diese Standards sollen mit ethischem Wissen (Gabriel sprach von unbedingt geltenden “moralischen Tatsachen”) gefüttert werden, sodass beispielsweise Diskriminierungen und Fakes verhindert, Kinderschutz integriert und vielfältige, aufklärerische, unbedenkliche Verwendungsweisen sichergestellt werden können.
Es war ein bereichernder Vortrag, der die technische Zukunft etwas greifbarer machen konnte und Raum bietet für Diskussionen rund um die Nutzung von KI — ob nun synthetisch oder so wie bisher gewohnt online.
Link zur Aufzeichnung des Vortrags: https://www.youtube.com/watch?v=I_aidTX73Og
Emma Hahn Q2_KP und Dr. Fuad Alidoust
Bemerkung: Grafik mithilfe von KI von ADT erstellt.
























