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Zwischen Geschichte und Moderne: Unser Erasmus+-Aufenthalt in Frankreich

Am Freitag, den 14. November 2025, ging es für 14 Schüler*innen des FDG gemeinsam mit Frau Meinel und Herrn Richter im Rahmen des Erasmus+-Austauschprogramms auf eine Reise durch Frankreich.

Unser erstes Ziel war Straßburg, wo wir den restlichen Freitag sowie das Wochenende verbrachten.
Nach einer kleinen Stadterkundung am Freitag verschlug es uns am Samstag zum Deutsch-Französischen Forum – einer Berufsmesse, auf welcher deutsch-französische Studiengänge und Arbeitsangebote vorgestellt wurden – und im Anschluss ins Europaparlament. Dort besichtigten wir unter anderem den Plenarsaal und gewannen Einblicke in Geschichte und Arbeit des Parlaments, bevor wir den Tag in einer Brasserie mit typisch elsässischen Spezialitäten ausklingen ließen.
Bevor es am Sonntagnachmittag weiter nach Lille ging, machten wir noch eine Bootstour auf der Ill und erkundeten während einer kurzen Freizeit individuell einige der Sehenswürdigkeiten. Gegen 17 Uhr nahmen wir dann den TGV nach Lille, der uns nach 3 ½ Stunden Fahrt an unser Ziel brachte. Einmal angekommen wurden wir von unseren Austauschschüler*innen in Empfang genommen und verbrachten den Abend individuell mit dem Kennenlernen in den Familien.

Am nächsten Tag stand direkt das Kennenlernen mit der ganzen Gruppe im Lycée Ozanam an. Dabei wurde auch das indirekte Thema des Austausches, die Erinnerungskultur beider Länder bezogen auf die Weltkriege, erläutert, welches in den folgenden Tagen bei verschiedenen Ausflügen aufgegriffen werden würde.
Montags beließen wir es jedoch bei einer Stadtrallye durch das bereits weihnachtlich anmutende Lille, die wegen schlechten Wetters bei warmen Getränken in einer Bar endete.
Bereits am Dienstag startete das Programm dann richtig.
Nach nur einer halben Stunde Fahrt erreichten wir Brüssel, wo wir zuerst das Haus der Europäischen Geschichte und im Anschluss das Parlamentarium besuchten. Darüber hinaus bot Belgiens Hauptstadt vor der Abfahrt am Abend natürlich viele Möglichkeiten, Wahrzeichen wie Manneken Pis zu besichtigen oder aber die belgische Cuisine zu erproben.
Auch am Mittwoch ging es wieder auf Reisen, diesmal jedoch nach Arras und bei Minusgraden.
Die Stadt spielte während des Ersten Weltkriegs eine wichtige Rolle, wie wir in der Carrière Wellington, einem ehemaligen unterirdischen Steinbruch und heutigen Museum, erfuhren.
Die Carrière bildet nämlich einen Teil eines weitreichenden Tunnelsystems, das während des Krieges von Soldaten des Commonwealth genutzt wurde, um sich gegenüber den Deutschen einen Vorteil zu verschaffen.
Nach einem Mittagessen in der Stadt wurden beim Besuch des Soldatenfriedhofs “Notre Dame de Lorette” sowie des dazugehörigen Museums und des Anneau de la Mémoire – des Ringes der Erinnerung – vor allem die hohen Verluste auf beiden Seiten sowie die Erinnerungskultur in den Mittelpunkt gestellt. Besonders bewegend waren dabei die vielen Tafeln mit Namen von Kriegsopfern, die unabhängig von Nationalität gemeinsam in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet wurden.
Durchgefroren kamen wir abends wieder in Lille an und durchgefroren gingen wir auch am Donnerstag mit unseren Austauschschüler*innen in den Unterricht, bevor die deutsche Gruppe am Nachmittag das Geburtshaus von Charles de Gaulle besuchte.
Dieser unterzeichnete 1963 gemeinsam mit Konrad Adenauer den Élysée-Vertrag, welcher die Basis für die enge Zusammenarbeit der beiden Länder in den darauffolgenden Jahrzehnten und bis heute bildete.
Ganz im Geiste der deutsch-französischen Freundschaft begannen wir unseren letzten richtigen Tag am Freitag mit gemeinsamem Bowling und beendeten ihn – unterbrochen von einem Besuch des Musée des Beaux-Arts, in welchem man unter anderem einen echten Picasso und mehrere Gemälde Monets bestaunen konnte – mit einem Lasertag-Battle der deutschen gegen die französischen Schüler*innen, das die Franzosen leider gewannen.

Obwohl unser Aufenthalt in Lille am Samstag mit dem Abschied am Bahnhof endete, war unsere Frankreichreise noch nicht ganz vorbei; erstmal ging es nämlich noch in die französische Hauptstadt!

In Paris angekommen, verstauten wir zuerst unser Gepäck und erklommen dann die zahlreichen Treppen hinauf zu Sacré-Cœur.
Von dort aus machten wir uns nach einem Gruppenfoto auf in das 9. Arrondissement, um die Galeries Lafayette zu erkunden.
Vom Dach aus hatten wir einen Blick über die ganze Stadt und erspähten durch den Nebel sogar den Eiffelturm, den wir aus Zeitgründen und wegen neuer Sicherheitsbestimmungen leider nicht besichtigen konnten.
Ansonsten hatten wir nach einem gemeinsamen Mittagessen in einem Pariser Restaurant jedoch die Möglichkeit, bis zur Abfahrt des Zuges die Stadt individuell zu erkunden.
Angesteuert wurden dabei unter anderem Notre-Dame, der Louvre, der Arc de Triomphe und die Champs-Élysées sowie der Place de la Concorde mit dem Obelisken von Luxor und der Gedenktafel an die Hinrichtung von Louis XVI. während der Französischen Revolution.

Mit Mitbringseln und Gebäck versorgt, ging es dann eilig zum Bahnhof, wo wir mit einem Eintrachtspiel im Hintergrund laufend – Herr Richter sei namentlich erwähnt – auf unseren Zug warteten.
Bei der über viertstündigen Fahrt hatten wir genug Zeit, die schönen und lehrreichen Erfahrungen und die neu gelernten französischen Ausdrücke zu rekapitulieren, mit denen dieser kulturelle und sprachliche Austausch uns beschenkt hatte, bis wir gegen 23 Uhr endlich wieder in Frankfurt ankamen.

Francesca Forster (Q2), Bilder von Larissa Kasinska (Q2

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