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Comenius Schulpartnerschaft

Am FDG wird’s europäisch

Schüler des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums diskutieren mit Europa-Abgeordnetem

Zur feierlichen Startschuss des Comenius-Projekts am Friedrich-Dessauer-Gymnasium kam Europa-Politiker Michael Gahler zu Besuch.

Von Marie Brüggemann

Wirtschaftskrise, Staatenverschuldung, Ausstieg aus der Atomenergie. . . Was bedeutet all das für Europa? Wo stehen wir und worauf bewegen wir uns zu?

Diese und weitere Fragen konnten Schüler aus den Politikkursen des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums (FDG) in Höchst am Donnerstagmorgen mit Michael Gahler diskutieren. Der CDU–Europaabgeordnete hat am FDG selbst 1978 sein Abitur gemacht und stammt aus Zeilsheim. Für den Besuch an seiner ehemaligen Schule und die Fragerunde mit der jungen Generation gab es einen freudigen Anlass: Das Höchster Oberstufengymnasium wurde ins europäische Comenius-Programm aufgenommen. Mit der feierlichen Anbringung eines Abzeichens im Schulkorridor feierten Schule und Europaabgeordneter gemeinsam. Auch Gahler drehte eine Schraube in die Wand gegenüber des Schulleitungsbüros, wo das Comenius-Abzeichen angebracht wurde.

Neue Partner

Das Austauschprogramm der EU zielt in Projektarbeiten auf die Stärkung der Beziehungen zwischen EU-Ländern. Gemeinsam mit sieben weiteren Partnerschulen wird die Comenius-Projektgruppe des FDGs in diesem Jahr zum Thema "Europa – auf verschiedenen Wegen zu einer gemeinsamen Zukunft" arbeiten, neben Italien, Frankreich und den Niederlanden nehmen als neue Partner nun auch Polen, Bulgarien, Litauen und die Türkei am Projekt teil. "Ich habe nie mit Franzosen oder Bulgaren Europas Geschichte gelernt, das ist sicherlich sehr bereichernd", glaubt Gahler im Hinblick auf die unterschiedlichen Perspektiven, welche die Projektarbeit prägen werden.

FDG-Lehrer Claude Görner hofft, dass das Projekt etwas am Europabild seiner Schüler bewegt. "Es hat sich eine Skepsis gegenüber der Union entwickelt. Was sie Gutes mit sich bringt, geht leider oft unter."

Wenn sich in diesem Jahr Schüler und Lehrer aus acht verschiedenen Ländern im Zuge des Comenius-Projekts begegnen, werden sie den positiven Aspekten Europas wahrscheinlich ein Stück näherkommen. Sie werden sich auf Englisch und zur Not mit Händen und Füßen zu verständigen lernen und allein auf diese Weise einer gemeinsamen Zukunft entgegenblicken.

Die Politik-Leistungskurs-Schüler Marvin Christ (17) und Felix Reischmann (18) freuten sich zunächst vor allem jedoch über die Gelegenheit, mit einem Abgeordneten persönlich zu diskutieren. "Gerade in dieser Zeit die Sichtweise eines einzelnen Politikers zur Finanzkrise zu erfahren, finde ich sehr spannend", so Marvin. Zenab Chattah (18) stimmt ihren Mitschülern zu. Nicht an jeder Schule, glaubt sie, ist so ein Austausch möglich: "Auf diesem Weg können wir Schüler uns auch mal bemerkbar machen. Leider ging die Zeit viel zu schnell rum."

Artikel vom 19. August 2011, 18.55 Uhr (letzte Änderung 20. August 2011, 05.15 Uhr)